Maschinelles Lernen bei AddApptr; App-Umsätze gestiegen

ExchangeWire bündelt die wichtigsten Nachrichten aus der Region DACH. Diese Woche: AddApptr optimiert auf Basis von maschinellem Lernen; Satter Anstieg bei App-Umsätzen; und Absage an die DGSVO.

AddApptr optimiert auf Basis von maschinellem Lernen

Der Hamburger App-Monetarisierer AddApptr bringt ein neues Produkt an den Markt, der Publishern bei der Versilberung ihrer Werbeangebote helfen soll. Bei dem neuen Produkt namens „MAYO” handelt es sich um eine automatische Yield-Optimierungslösung auf der Basis von maschinellem Lernen. Der Vorteil der ML-Optimierung: „Bei Milliarden von Transaktionen täglich, ist die Anwendung von Machine Learning Technologien wesentlich effizienter und skalierbarer als jedes herkömmliche Verfahren”, so Patrick Kollmann, CEO und Co-Founder, AddApptr.

Man habe dazu zunächst monatelange Tests durchgeführt und dabei die Auswirkungen des Algorithmus auf die Yield-Optimierung getestet. Laut AddApptr sind Umsatzsteigerungen von bis zu 50% in den Apps möglich.

„Wir sehen in Algorithmen, die auf Machine Learning basieren die Zukunft der Optimierung von Werbeeinnahmen in Apps“, sagt Kollmann. Zudem der Schritt in Richtung Machine Learning bereits seit langem bei AddApptr geplant war. „Nach viel Zeit und Energie haben wir es geschafft, Machine Learning sinnvoll in unser bestehendes Produkt zu integrieren und das Beste aus beiden Welten zusammenzubringen”, erläutert Martin Wapenhensch, CTO, AddApptr. „Wir haben auch erreicht, dass der Großteil der Datenverarbeitung auf unseren eigenen Servern verbleibt, damit die Umsatzsteigerung ohne zusätzliche Datennutzung für Publisher und Verbraucher erfolgt und auch die Anzahl der Requests für unsere Demand Partner nicht steigt.”

Das neue Produkt soll schnellstmöglich ausgerollt werden.

Satter Anstieg bei App-Umsätzen

Gute Nachrichten im LTV-Report von AppsFlyer und Facebook: Die Auswertung der Unternehmen zeigt, dass der marketinggetriebene Gesamtumsatz mit Apps seit 2016 trotz wachsender Herausforderungen um 80% gestiegen ist. Vor allem in etablierten Märkten wie den USA und Großbritannien läuft das App-basierte Geschäft gut. Auf der britischen Insel liege die Konversionsrate bei rund 13% nach 30 Tagen, und fast 20% Nutzern, die mehr als drei Buchungen in 90 Tagen tätigen. Das ist fast doppelt so viel wie im Durchschnitt der wichtigsten Märkte, konstatiert der Report.

Der durchschnittliche Gesamtumsatz belief sich im ersten Quartal 2018 pro Nutzer auf 5,3 US-Dollar – eine deutliche Steigerung im Vergleich zum ersten Quartal 2016, in dem es nur 2,9 US-Dollar waren. Im Vorjahresquartal war der Umsatz bereits auf 4,9 US-Dollar pro Nutzer gestiegen.

Ben Jeger, AppsFlyer

Wozu überhaupt den Life Time Value messen? „Wird der Umsatz gemessen, kann er optimiert werden“, so Ben Jeger, Managing Director DACH, AppsFlyer. „Daher haben wir zwischen diesen Jahren einen Anstieg um 69% und zwischen 2016 und 2018 um 83% beobachtet.“ Den Wachstumsrückgang zwischen 2017 und 2018 führt der LTV-Report auf einen verschärften Wettbewerb im App-Bereich zurück. Zudem sei nach dem starken Anstieg der eingesetzten Umsatzmessung im Jahr zuvor eine Verlangsamung der Umsatzoptimierung eingetreten. „Die einzige Möglichkeit, LTV richtig zu optimieren, besteht darin, sich auf Daten, Messungen und verwertbare Analysen zu verlassen, insbesondere in Bezug auf die Einnahmen aus In-App-Käufen und In-App-Werbung“, so Jeger,. „Umsätze sollten granular gemessen und mit Attributionsdaten verknüpft werden, um festzustellen, welche Kanäle, Netzwerke, Kampagnen und Anzeigengruppen zu mehr Umsatz geführt haben und welche nicht.“ Die Umsatzmessung bei Apps hat sich dementsprechend zwischen 2016 und 2017 bereits verdreifacht.

Weitere Ergebnisse des Reports: Im Bereich Games geben durchschnittliche Spieler über einen Zeitraum von 90 Tagen 1,7 US-Dollar für In-App-Käufe aus. Weniger als vier Prozent der Nutzer tätigen In-App-Käufe; iOS-Nutzer sind dabei jedoch kauffreudiger als Android-Nutzer.

Für den Report wurden 250 Millionen nicht-organische Installationen und 2,4 Milliarden Dollar Umsatz mit 3.800 Apps analysiert.

Absage an die DGSVO

Lange in Planung, vor knapp vier Wochen in Kraft getreten – und bereits jetzt von den Nutzern abgewatscht: Die DSGVO kommt bei denjenigen, denen sie primär zugute kommen soll, offenbar nicht an. Laut einer repräsentativen Studie von IP Deutschland im Auftrag der European NetID Foundation ist sich die Hälfte der Nutzer nicht klar, was die DSGVO überhaupt bedeutet.

So halten fast zwei Drittel der Befragten (65%) die Datenschutzhinweise, die ihnen im Rahmen der DSGVO-Umstellung zugeschickt wurden und werden, für zu kompliziert und unverständlich. Die Hälfte der Nutzer reagiere auf die Cookie-Einverständniserklärungen mit automatischem Klicken, ohne jedoch die Datenschutzerläuterungen zu lesen und zu durchdringen.

Auch die Wirksamkeit der DSGVO wird von den deutschen Nutzern kritisch gesehen. Fast zwei Drittel (61%) glauben, dass die DSGVO bei Unternehmen nicht zu Verhaltensänderungen führt, sondern dass die Nutzerdaten in gleicher Weise wie zuvor gesammelt werden – dafür jedoch mit mehr Transparenz. Nur die Minderheit der Nutzer (17%) glaubt, dass dank DSGVO ihre Daten besser geschützt sind.

Nach wie vor auf dem Wunschzettel der Nutzer: mehr Transparenz und Convenience! So fordern 63% der Befragten mehr Einblick darin, welche ihre Daten gesammelt werden, und 45% wünschen sich Gesamtlösungen, bei denen ihre verschiedenen Einwilligungen zum Abgriff von Daten über verschiedene Webseiten hinweg zentralisiert gespeichert werden.