DGSVO ist Hürde für deutsche Unternehmer; Springer bringt kostenlose DGSVO-Software

ExchangeWire bündelt die wichtigsten Nachrichten aus der Region DACH. Diese Woche: Deutsche Unternehmen fühlen sich von Datenschutzvorgaben eingeschränkt; Springer bringt kostenlose DSGVO-Software; und Anhaltendes Wachstum von Header Bidding.

Deutsche Unternehmen fühlen sich von Datenschutzvorgaben eingeschränkt

Laut einer Umfrage von Bitkom Research im Auftrag des Bitkom fühlt sich die Mehrheit der deutschen Unternehmen durch die neue DGSVO beim Einsatz neuer Technologien behindert. Die Datenschutzvorgaben werden von 63% der Umfrageteilnehmer als klares Hindernis wahrgenommen.

Das trifft vor allem auf Unternehmen im Bereich Handel zu: So stimmten hier 80% der Befragten zu, dass die Datenschutzanforderungen es Unternehmen schwerer machen, neue Technologien zu testen und einzusetzen. Eine Einschätzung, die auch von der Industrie geteilt wird: 57% der befragten Industrieunternehmen nannten Datenschutz als größte Hürde.

„Datenschutzregeln dürfen nicht zum Hemmschuh für sinnvolle und notwendige Innovationen werden“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. „Neue Technologien wie Künstliche Intelligenz sind künftig die Grundlage unserer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit und unseres gesellschaftlichen Wohlstands. Die Unternehmen müssen auf die Einhaltung hoher Datenschutzstandards verpflichtet werden, aber man darf dabei nicht über das Ziel hinausschießen. Es gilt, den Schutz von persönlichen Informationen in Einklang zu bringen mit nützlichen, datenbasierten Anwendungen und Diensten.“

In einer weiteren Umfrage hatte der Bitkom außerdem festgestellt, dass 46% aller Unternehmen in Deutschland ein Geschäftsmodell verfolgen, für das die Nutzung personenbezogener Daten essentiell ist. So verarbeiten über 90% der befragten Unternehmen personenbezogene Daten, um Verträge abzuwickeln; 80% nutzen Personendaten bei der Bestandskundenpflege und 76% benötigen personenbezogene Informationen, um IT-Sicherheit sicherzustellen. Fast zwei Drittel (62 Prozent) setzen auf Personendaten, um neue Kunden zu gewinnen.

„Praktisch kein Unternehmen kann seine Geschäftstätigkeit ohne personenbezogene Daten durchführen – von der Kundenakquise bis zum Personalmanagement“, so Susanne Dehmel, Mitglied der Bitkom-Geschäftsleitung. „Das hohe Datenschutzniveau in Europa muss in eine funktionierende Balance mit datenbasierten Produkten und Dienstleistungen gebracht werden, von denen gerade auch Verbraucher profitieren.“

Springer bringt kostenlose DSGVO-Software

Der Springer-Verlag will Vermarktern beim Umgang mit der DSGVO helfen. Kurz vor dem Start der neuen EU-Datenschutzregelung hat der Konzern deshalb eine Open Source-Software auf der Basis der vom IAB Europe formulierten Rahmenbedingungen herausgebracht, die den Vermarktern dabei helfen soll, personalisierte Inhalte und Werbung zu erstellen, die die Anforderungen der DGSVO berücksichtigt.

Als Beta-Version ist Springers Opt-in and Transparency Layer bereits seit vergangener Woche erhältlich. Die Finalversion der Software soll dann ab Mitte Juni 2018 kostenfrei als Open Source-Lizenz zur Verfügung und zur Anwendung in den jeweiligen EU-Mitgliedsstaaten bereit stehen.

Moritz Holzgraefe, Chief Operating Officer Corporate Digital Platforms, Axel Springer: „Statt den dominierenden US-Plattformen das Feld zu überlassen, wollen wir gemeinsam mit der europäischen Verlags- und Werbebranche einheitliche Standards entwickeln, die dem gesamten Ökosystem zugutekommen. Deshalb bieten wir unsere Software unter einer Open-Source-Lizenz kostenlos an – je mehr Unternehmen an diesem Projekt teilnehmen, desto besser.“

Bereits mit an Bord beim Opt-in and Transparency Layer ist der Vermarkter BurdaForward Advertising.

Anhaltendes Wachstum von Header Bidding

Mobile heizt weiterhin das Wachstum von Header Bidding an. Laut dem vierteljährlich erscheinenden Mobile Index von PubMatic stieg das Impressionsvolumen von Header-Bidding im ersten Quartal 2018 um 70%. Herausragend dabei ist unter anderem der Anstieg der mobilen Anzeigenausgaben für Header Bidding: Im Vergleich von Q1 2017 und dem ersten Quartal 2018 wuchs dieser Bereich um 102%. Allein auf den Bereich EMEA bezogen steigerte sich Header Bidding im Mobile Web seit dem ersten Quartal 2017 exponentiell um 849%.

PubMatic sagt, das mobile Wachstum beruht vor allem auf App-Nutzung. So wuchs auf der PubMatic-Plattform die Zahl der Impressionen von monetarisierter, mobiler Werbung im Jahresvergleich um 56%. Mobile erzielte im ersten Quartal 2018 weltweit einen Anteil von 37% aller Videoimpressionen. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es noch 15% gewesen.

„Dank fortschrittlicher Monetarisierungstechnologien wie der Integration von Header-Bidding-Geboten können App-Entwickler jetzt mit ihren Demand-Partner-Setups experimentieren, um den optimalen Ertrag zu erzielen“, so Nishant Khatri, VP für Produktmanagement, Ad Serving bei PubMatic.

Auch bei mobiler Werbung über PMPs und Open Exchange gab es Wachstum. So stiegen die mobilen PMP-Impressionsvolumina im ersten Quartal 2018 um 43% im Vergleich zum Vorjahr. Mobile Impressionen, die über Open Exchanges monetarisiert wurden, wuchsen im ersten Quartal 2018 um 56% gegenüber dem Vorjahreszeitraum.