Steigende Werbeinvestitionen in Deutschland; dpa und Wochit kooperieren

ExchangeWire bündelt die wichtigsten Nachrichten aus der Region DACH. Diese Woche: Werbeinvestitionen in Deutschland steigen; Deutsche Presseagentur stellt Videos über Wochit bereit; und Deutsche überspringen Hälfte aller Videoads.

Werbeinvestitionen in Deutschland steigen

Von dem steigenden Bruttoinlandsprodukt in Deutschland profitiert auch die Werbeindustrie. Laut einer Erhebung des Zentralverbands der deutschen Werbewirtschaft (ZAW) stieg im Jahr 2017 der Gesamtumsatz im Bereich kommerzielle Kommunikation auf rund 46 Milliarden Euro, angetrieben von weiteren Formen kommerzieller Kommunikation, die um 2,6 Prozent auf 19,75 Milliarden Euro wuchsen.

Auch bei den Investitionen in Werbung gab es Wachstum zu verzeichnen: Der Bereich legte im Vergleich zu 2016 um 0,6 Prozent zu und betrug im Jahr 2017 26,12 Milliarden Euro. Die erfreulichen Wachstumszahlen erstreckten sich jedoch nicht auch auf die Netto-Werbeeinnahmen der Medien. Diese sanken im Vergleich zum Vorjahr um 0,3 Prozent auf 15,31 Milliarden Euro.

Trotz der bevorstehenden Einführung der DSGVO, die vor allem europäische Unternehmen im Werbemarkt benachteiligen kann, ist die Stimmung innerhalb der deutschen Werbebranche optimistisch, so das ZAW-Trend-Barometer. Mit einer Wertung von 4,9 geht die Branche die Herausforderungen der digitalen Transformation positiv an. Manfred Parteina, Hauptgeschäftsführer ZAW: „Unsere Branche kennzeichnet eine besondere Kreativität und Flexibilität. Wir gehen von einem robust positiven Werbemarkt für 2018 aus.“

Das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland betrug 2017 3,26 Billionen Euro.

Deutsche Presseagentur stellt Videos über Wochit bereit

Die Deutsche Presse-Agentur dpa will ihre Bewegtbildangebote über den deutschsprachigen Raum hinaus anbieten. Dazu kooperiert die dpa jetzt mit der Cloud-Video-Edit-Plattform Wochit. Nutzer der Plattform können dpa-Videos nunmehr für ihre Beiträge einsetzen und ihre Berichterstattung über Deutschland aufwerten.

„In der heutigen Wettbewerbssituation müssen Nachrichtenorganisationen ihre Bewegtbilder schnell und auf mehrere Plattformen gleichzeitig bereitstellen“, so Thorsten Matthies, Vertriebs- und Marketingleiter, dpa. „Die Kooperation mit Wochit macht dpa-Beiträge und Video-Rohmaterial auf einer wachsenden und innovativen Plattform verfügbar. Wir wollen unsere Distributionswege für Bewegtbild weiter ausbauen und dabei neben Produzenten im deutschsprachigen Raum insbesondere auch anglo-amerikanische und asiatische Produzenten erreichen“.

Neben der dpa verfügt Wochit bereits über weitere internationale Presseagenturen, die über die Plattform ihre Inhalte verbreiten. „Wir freuen uns, dass sich die Deutsche Presse-Agentur unserem Partnernetzwerk angeschlossen hat, dem bereits Quellen wie AP, AFP, Reuters und Getty Images angehören“, sagt Jo Schmaltz, VP Global Content Partnerships bei Wochit. „Die dpa-Inhalte bedeuten für unsere Bibliothek einen wichtigen Zuwachs. Neben der hocheffizienten Videoproduktion ist der einfache Zugang zu den freigegebenen Inhalten für die mehr als 550 Wochit-Kunden entscheidend“, so Jo Schmaltz weiter.

Deutsche überspringen Hälfte aller Videoads

Die Hälfte aller Skippable Ads in Deutschland werden weggeklickt. Das ergibt eine Auswertung von Magna und IPG Media Lab. Deutschland liegt damit knapp unter dem internationalen Durchschnitt: Während in Deutschland 50 Prozent der Skippable Ads übersprungen werden, sind es in Großbritannien 52 Prozent, in den USA gar 57 Prozent. Der internationale Durchschnitt beträgt 53 Prozent.

Als Grund für das Überspringen von Videowerbung nennen die Deutschen vor allem die Gewohnheit. Der zweite Grund sollte die Werbebranche jedoch aufmerken lassen: So halten die Deutschen die Ads in der Regel für irrelevant – ein Punkt, den die Werbetreibenden mit Hilfe von Targeting und entsprechenden Creatives adressieren müssen. Umgekehrt gaben die deutschen Studienteilnehmer als Top-Grund für das Nicht-Überspringen von Videowerbung an, die Anzeigenlänge sei kurz gewesen – ein Motivationsgrund, der die Werbenden zum entsprechenden Handeln anstoßen dürfte.

Skippable Ads bleiben in Deutschland im Durchschnitt für 7,3 Sekunden auf dem Bildschirm, bevor der ‘Skip’-Button geklickt wird. International liegt der Durchschnitt bei 7,2 Sekunden.

Für die Studie waren 20.000 Internetnutzer in zehn Ländern befragt worden.