Vermarkter warnen vor E-Privacy-Verordnung; AppLift und Gamewheel kooperieren

ExchangeWire bündelt die wichtigsten Nachrichten aus der Region DACH. Diese Woche: E-Privacy-Verordnung ist schlecht fürs Geschäft; AppLift kooperiert mit Gamewheel; und Umstrukturierung in Retail Media Group-Führungsetage.

E-Privacy-Verordnung ist schlecht fürs Geschäft

Die in Deutschland derzeit diskutierte E-Privacy-Verordnung stößt bei der Werbeindustrie auf Kritik.
Der Online-Vermarkterkreis (OVK) im Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) stellt bei einer aktuellen Befragung der Mitglieder fest, dass die Mehrheit der Vermarkter in der E-Privacy-Verordnung sogar ein Umsatzrisiko von mehr als 30 Prozent sehen.

Das kumulierte Umsatzrisiko im Display-Werbemarkt in Deutschland könnte sich bei Einführung der E-Privacy-Verordnung bis auf 500 Millionen Euro pro Jahr belaufen. Kritisch sehen die Vermarkter vor allem die Hürden, die den Unternehmen bei der Webanalyse in den Weg gestellt werden, sowie das Kopplungsverbot zwischen Website-Betreiber und Nutzer.

„Die Einführung einer E-Privacy-Verordnung in der derzeit diskutierten Version kann in Deutschland signifikanten wirtschaftlichen Schaden in der digitalen Vermarktung und damit auch bei den vermarkteten Digitalangeboten bewirken“, so Christian Herp, stellvertretender Vorsitzender des OVK im BVDW. „Die inhaltliche Vielfalt bei den digitalen Angeboten ist ernsthaft in Gefahr.“ Die Pläne der EU zur Regulierung von E-Privacy ist bereits seit zwei Jahren Thema beim BVDW. Die Ergebnisse der Mitgliederbefragung unterstreichen die Kritik des BVDW. Thomas Duhr, Vize-Präsident im BVDW: „Die Realisierung einer Verordnung in der aktuell auf EU-Ebene diskutierten Fassung würde jeden vierten Arbeitsplatz in der Digitalen Wirtschaft in Deutschland gefährden. Digitalisierung geht anders.“

AppLift kooperiert mit Gamewheel

AppLift will mobil Werbetreibenden das Erstellen von Creatives erleichtern. Mit Hilfe des von Gamewheel entwickelten Tools für Dynamic Playable Optimisation bietet AppLifts DataLift 360-Plattform nun dynamisch optimierte Playables, die bessere Performance und Konversion bieten sollen.

Tim Koschella, AppLift

So können Kunden verschiedene Anzeigenformate über AppLift Studio entwickeln und dank der Kooperation mit Gamewheel sich dabei auf Daten, Medien und Creatives konzentrieren. Ein völlig neuer Ansatz im Markt, so Tim Koschella, CEO, AppLift, zu ExchangeWire: „Die Einführung von DCO-Funktionen für spielbare Anzeigen ist eine neue Disziplin, die wir gemeinsam mit Gamewheel vorantreiben.“

„Die Herausforderung besteht darin, Playables über RTB in mobile App-Erlebnisse zu übertragen. Mit MRAID 2.0 gibt es eine ziemlich standardisierte Möglichkeit, Playable Ads als Minispiele in mobile Apps zu auszuliefern. Die Anpassung des Codes, um das Gameplay zur Optimierung der Performance zu ändern, ist vergleichbar mit der Entwicklung mehrerer Versionen desselben Spiels mit jeweils kleinen Optimierungen.” Ein etwas komplexerer Vorgang als der, der bereits von E-Commerce- und Reise-Vermarktern genutzt wird, so Koschella.

„Playable-Anzeigenblöcke haben sich auf dem Markt insbesondere für Werbetreibende für mobile Spiele als sehr leistungsfähig erwiesen”, so Koschella weiter. “Das Konzept hat sich bewährt: Die Nutzer können eine Light-Version des Spiels ausprobieren, bevor sie sich im Appstore ein Game herunterladen. Die Qualität dieser Nutzer ist jedoch tendenziell höher, da diese zuvor durch die Interaktion mit einer Playable-Ad präqualifiziert wurden.” Die meisten Anbieter können solcherlei Anzeigen jedoch nicht programmatisch liefern. Die hochentwickelten Optimierungen mittels DCO lassen sich ergo nicht anwenden. Genau da will AppLift ansetzen: „Wir liefern die Playables ausschließlich über unsere eigene DSP DataLift 360 aus. Die Bereitstellung dieser Anzeigenblöcke ausschließlich über RTB-Pipes macht den Unterschied bei der Anzeigenoptimierung.“

Umstrukturierung in Retail Media Group-Führungsetage

Eine strategische Neuausrichtung bei der Retail Media Group mündet im Abgang von Mitgründer Richy Ugwu: Ursprünglich als eigenständiger Datenarm der Ceconomy geplant, wird die Retail Media Group in Zukunft der Geschäftsleitung der hauseigenen Marketing-Agentur von Media Markt und Saturn, Redblue, unterstellt.

Ugwus CEO-Posten übernimmt Marcus Koch, Mitglied der Führungsetage bei Redblue. So soll RMG stärker mit dem Geschäft von MMSRG verbunden werden. Neben Ugwu verlässt auch der bisherige RMG-CTO, Andreas Joebges, das Unternehmen. Auch seine Aufgaben übernimmt zunächst Koch, dem außerdem der bisherige Head of M&A bei Ceconomy, Fuat Eher, als CFO und COO in Personalunion zur Seite steht.

Die Trennung erfolge im gegenseitigen Einvernehmen, heißt es. Ugwu und Joebges möchten sich wieder stärker als Gründer und Technologieentwickler betätigen.