RTL, ProSiebenSat1 und United Internet gründen European netID Foundation; Deutsche Ad Fraud-Rate stabil niedrig

ExchangeWire bündelt die wichtigsten Nachrichten aus der Region DACH. Diese Woche: European netID Foundation gegründet; Ad Fraud-Anteil in Deutschland stabil niedrig; und Video-Engagement-Levels in EMEA am höchsten.

RTL, ProSiebenSat1 und United Internet starten European netID Foundation

Kurz vor Inkrafttreten der europäischen DSGVO haben sich die deutschen Mediengruppen RTL Deutschland, ProSiebenSat1 und United Internet zur Gründung der European netID Foundation zusammengeschlossen. Die Initiative will nicht nur eine sichere, DSGVO-konforme Login-Alternative für Nutzer bereit stellen, sondern auch als unabhängige Instanz die in Europa aktiven Internetunternehmen mit Hilfsangeboten unterstützen..

Die netID für europäische Benutzer ist als GDPR-konformes Anmeldesystem konzipiert und soll ein zentralisiertes persönliches Datensystem bieten, das von jeder in Europa betriebenen Website implementiert werden kann. Über den zentralen Daten-Hub können Nutzer auf die Verwaltung ihrer persönlichen Daten, einschließlich Berechtigungen und Anmeldedaten zugreifen – und damit Nutzern Datentransparenz verschaffen.

Darüber hinaus will die European netID Foundation Branchenstandards etablieren, die auch über deutsche Grenzen hinausreichen können. Ein Stiftungsrat aus Experten aus Datenschutz, Wissenschaft und Politik werde weiterhin an der Umsetzung von Standards arbeiten – auch mit anderen europäischen Initiativen, so Jan Oetjen, Mitglied der Geschäftsführung von United Internet: „Das Interesse an unserem offenen Standard ist sehr groß: Wir sind mit namhaften Unternehmen aus nahezu allen Branchensegmenten im Dialog.”

BVDW: Ad Fraud-Anteil In Deutschland niedrig

Mit einem Anteil von 2.4 Prozent liegt die Ad Fraud-Quote in Deutschland vergleichsweise niedrig. Das stellt die Fokusgruppe Digital Marketing Quality des BVDW jetzt fest. Björn Kaspring, Vorsitzender der DMQ: „Die gute Nachricht: In Deutschland liegt dieser Anteil weiterhin deutlich unter dem internationalen Niveau.“ Die ermittelten 2,4 Prozent der Werbekontakte, die als betrügerisch gelten, werden durch Bots oder nicht valide Anzeigenauslieferungen erzeugt. Seit der ersten DMQ-Erhebung im August 2017 habe sich nur eine Abweichung von 0,2 Prozentpunkten bei der Ad Fraud-Quote gezeigt.

Bei der aktuellen Auswertung erfasste die Überprüfung eine durchschnittliche Sichtbarkeitsrate für Online-Werbung von 50,3 Prozent. In diesem Punkt stellte die Fokusgruppe einen deutlichen Verlust der Sichtbarkeit im Mobile-Bereich fest: Die Messung im August 2017 hatte eine Sichtbarkeit von 61,1 Prozent ergeben. Dabei blieb die Sichtbarkeitsrate für auf Desktops eingespielte Werbung weitgehend stabil, zeigt bei Mobile jedoch eine deutliche Abnahme.

„Die Mobile-Nutzung nimmt weiter zu. Standards und die Optimierungsverfahren für Desktop haben aber bereits einen viel höheren Reifegrad in der praktischen Anwendung als bei mobilen Werbeformen und Platzierungen. Und das wirkt sich auf die Zahlen aus und beeinflusst natürlich auch das Niveau insgesamt“, so Kaspring. Die Sichtbarkeitsraten wurden auf der Basis von Daten verschiedener Anbieter gebildet.

Video-Engagement-Levels in EMEA am höchsten

Zum ersten Mal erreicht der Anteil der Video Plays, die auf Mobile stattfinden, einen Wert über 60 Prozent. Das ergibt der Ooyala Global Video Index Report für das vierte Quartal 2017. Vor allem auf Smartphones werde dabei Video geschaut: Die Auswertung von Ooyala ergab eine dreimal so höhe View-Rate auf Smartphones als auf Tablet-Geräten. Ooyala schätzt, dass mobile Video-Ansichten schon bald einen Marktanteil von 70 Prozent erreichen könnten.

In Sachen Engagement sticht die Region EMEA hervor: Hier ermittelte die Auswertung mit 63,5 Prozent das stärkste Engagement, während Nordamerika trotz einer Steigerung von 11 Prozent im Vergleich zum 4. Quartal 2016 mit 57,6 Prozent noch immer dem Rest der Welt hinterherhinkt.

Bei der Messung der Betrachtungsdauer für mittlere und lange Videoformate stellt die Studie einen Anstieg der Viewing Time aller Inhalte auf über 50 Prozent fest. Die Betrachtungsdauer bei Kurzformaten blieb im Wesentlichen im Vergleich zum Vorjahr bei Smartphones, Tablets und Connected TV stabil. Die Viewing Time für Langformate auf PCs sank im vierten Quartal jedoch auf nur 37 Prozent – für Ooyala der Indikator, dass dank des Wachstums von digitalen Videoinhalten die Nutzer vom Videokonsum auf TV-Geräten abrücken.

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