BVDW kritisiert Coalition for Better Ads; Fyber kooperiert mit AdColony und Tapjoy

ExchangeWire bündelt die wichtigsten Nachrichten aus der Region DACH. Diese Woche: BVDW: Coalition for Better Ads-Lösung ignoriert Bedürfnisse des europäischen Markts; Fyber kooperiert mit AdColony und Tapjoy; und Rekordwachstum für eCPM in der Schweiz.

BVDW: Coalition for Better Ads-Lösung ignoriert Bedürfnisse des europäischen Markts

Vier Monate nach dem offenen Brief der Coalition for Better Ads sind die deutschen Branchenverbände immer noch nicht mit dem Better Ads Programm des internationalen Industrieverbands zufrieden. Der BVDW kritisiert jetzt erneut die mangelnde Weitsicht der Coalition for Better Ads und unterstreicht die Forderung nach lokaler Mitbestimmung im Branchenzusammenschluss.

Thomas Duhr, BVDW

So fehle es weiterhin an regionalen Strukturen, obgleich der BVDW bereits im Oktober hingewiesen hatte, dass „Gatekeeper” aus den USA für die Umsetzung neuer Werbestandards in Europa nicht geeignet seien. Thomas Duhr, Vizepräsident, BVDW: „Die Erde ist keine Scheibe, auf der alles so funktioniert wie in den USA“.

„Für die Umsetzung der Zertifizierung in Deutschland oder anderen nationalen Märkten braucht es zwingend regionale Strukturen, die durch Verbände getragen und legitimiert werden. Nur so lässt sich die Akzeptanz und Durchsetzbarkeit in den Märkten sicherstellen“, sagt auch Björn Kaspring, Vorsitzender der Fokusgruppe Digital Marketing Quality im BVDW. „Es ist fraglich, ob eine Teilnahme an dem Programm, ohne dass die Rahmenbedingungen eindeutig definiert sind, zum jetzigen Zeitpunkt sinnvoll ist. Aus unserer Sicht ist das im Moment noch nicht der Fall.“

Auch aus Reihen der Mediaagentur-Vertretung regt sich Kritik: Sascha Jansen, Stellvertretender Vorsitzender des Fachkreises Online-Mediaagenturen im BVDW sagt: „Wie so vieles in der zunehmend globalisierten Welt, vermischt auch das Mediageschäft lokale und internationale Aspekte zu einer ‚glokalen‘ Mélange. Globale Ansätze, wie unter anderem die CfBA, sind nicht nur notwendig, sondern auch auf lokaler Ebene willkommen. Sie müssen aber lokale Eigenheiten sowohl bei den definitionsbildenden Prozessen als auch bei der lokalen Adaption berücksichtigen.“

Die Qualität digitaler Werbung wird im deutschen Markt durch den BVDW und die Fokusgruppe Digital Marketing Quality im BVDW sowie die AGOF gesichert. Die Gremien wollen auf jeden Fall an der Entwicklung von Standards mitwirken. „Als zweitgrößter digitaler Markt in Europa werden wir uns die Hoheit über Marktentscheidungen nicht aus der Hand nehmen lassen. Die Entscheidung über Standards und deren Umsetzung muss den jeweiligen nationalen Marktgremien obliegen“, so Kaspring.

„Der deutsche Markt, oder eben der Konsument, hat, wie jeder andere Markt auch, seine Eigenheiten, die nirgendwo anders zu finden sind. Es ist wichtig, diese Eigenheiten zu berücksichtigen. Stellen Sie sich vor, dass auf deutschen Autobahnen plötzlich nur noch Autos fahren sollen oder dürfen, deren Lenkrad auf der rechten Seite sitzt. Das macht keinen Sinn“, fasst Duhr zusammen.

Fyber kooperiert mit AdColony und Tapjoy

Tech-Anbieter Fyber bringt eine neue In-App-Header-Bidding-Lösung. FairBid ermöglicht es mobilen In-App-Publishern, ihre Anzeigenmonetarisierung zu maximieren, indem alle Arten von Bid Requests an einem Ort in transparenten Auktionen verarbeitet werden. Über die direkte Konkurrenz der Demands von DSPs, Direktkampagnen und SDK-verbundenen Netzwerken sucht FairBid das höchste Gebot für die maximale Monetarisierung aus.

Fyber nennt das Konzept „programmatic mediation“: In Zusammenarbeit mit Netzwerken wie AdColony und Tapjoy entwickelt, ermöglicht die Lösung SDK-vermittelten Käufern, Gebote in Echtzeit abzugeben und gleichzeitig mit Echtzeit-DSP-Käufern für jede Impression zu konkurrieren. Die Impressionen werden nach Höchstgebot vergeben, vorausgesetzt, der Käufer erfüllt die Markensicherheitstandards der Publisher.

Laut Fyber soll die FairBid-Technologie die Transparenz und Fairness beim Anzeigenkauf und -verkauf gewährleisten, d.h. alle Käufer haben die gleichen Chancen, Gebote zu sehen und auszuwählen. Gleichzeitig maximiert FairBid den Yield, indem jede Impression an den Höchstbietenden vergeben wird und alle Kaufmechanismen gleich behandelt werden.

„FairBid beurteilt nicht, welches der bessere Kaufmechanismus ist. Wir wissen, dass viele App-Publisher und Käufer von In-App-Inventar die Vorteile der umfassenden SDK-Unterstützung für Creative-Optionen nutzen möchten. Die Branche benötigt eine Lösung, die versteckte und unfaire „First Looks”, die einigen Käufern in Waterfall-Auctions geboten wird, verhindert.“ So bringe man eine Art Header-Bidding, das sich bereits für Desktops bewährt hat, in die In-App-Umgebung, so Offer Yehudai, President, Fyber. „Unser Ziel war es, die Vorteile der Header-Bidding in das In-App-Ökosystem zu bringen, um Vertrauen wiederherzustellen und die Effizienz zu verbessern. Es ist an der Zeit, das Problem der In-App-Monetarisierung zu lösen.”

Rekordwachstum für eCPM in der Schweiz

Laut Smaatos Global Trends in Advertising-Statistik steigen die eCPMs in EMEA schneller als in anderen Teilen der Welt. An der Spitze, wenn es um steigende eCPM-Zahlen geht: die Schweiz. Dort steigerte sich der eCPM um satte 211%. Ebenfalls beachtliche Wachstumsraten gab es in Ungarn (186%), Polen (82%), Griechenland (79%) und Österreich (71%) zu verzeichnen.

Der mobile Zugriff auf das Internet dominiert mittlerweile weltweit die Internetnutzung. Fast 80% aller Nutzer surfen mit ihren Handys, so Smaato. Und so ist es auch angesichts steigender In-App-Nutzungsraten kein Wunder, dass 96% des mobilen Ad Spends nunmehr in Apps generiert wird. Im Jahr 2016 lag der Anteil von in-App bei den mobilen Werbeausgaben noch bei 80%.

Vor allem der Mobile Video Ad Spend boomt. Smaato zufolge sind die Ausgaben für mobile Videoanzeigen in den Schlüsselmärkten im vergangenen Jahr mindestens um das Sechsfache gestiegen. In Großbritannien waren die Ausgaben für mobile Videoanzeigen im Jahr 2017 elf Mal so hoch wie im Jahr zuvor, in Deutschland sogar 20 Mal. Die höchste Steigerung bei de Ausgaben für mobile Anzeigen verzeichnet in Europa übrigens Dänemark, wo der Mobile Video Ad Spend nunmehr 44 Mal höher ist als noch im Jahr 2016.

Laut Smaato übertreffen Videoanzeigenformate alle anderen mobilen Anzeigenformate hinsichtlich Ad Requests, eCPM und Ad Spend-Wachstum. Anfragen für mobile Video-Anzeigenformate steigerten sich zwischen 2016 und 2017 um das 14-fache.